Vorwärts in die Postwachstums­ökonomie — Niko Paech in Kiel

Die Postwachstumsökonomie, also eine von Wachstumszwängen befreite Wirtschaft, werde zwangsläufig kommen — entweder „by design“ oder „by disaster“. Mit dieser These beginnt Niko Paech seinen Vortrag am 22.09.16 im ausverkauften Saal der Hansastraße 48. Natürlich sei die gestaltende Variante vorzuziehen. Und mit der Gestaltung solle eher früher, als später begonnen werden, denn „je höher das zuvor erreichte Wohlstandsniveau, desto höher die Fallhöhe.“
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Die Wespen an der Haustür

Eines Tages waren die Wespen da, flogen geschäftig unseren Eingangsbereich an und wechselten durch die Ritzen der Holzverkleidung rein und raus. Viele Wespen. So viele, dass wir uns fragten, wie die sich denn so schnell vermehrt haben. Bis wir feststellten: Hey, die tragen gar kein Futter ein, die klauen unser Dämmmaterial!

Den Wespen gefallen die Zelluloseflocken aus unserer Wanddämmung.

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Saisonale Ernährung — es klappt!

Vorweihnachtszeit. Ich stehe an der Supermarktkasse. Während die Schlange langsam vorwärts rückt, beginne ich zu dösen. Der Mensch vor mir beginnt, seinen Einkauf auf das Band zu legen, darunter Tomaten, Paprika und Gurken. Ich bin schlagartig wach. Erster Gedanke: Hier stimmt doch was nicht — wo hat der das her?! Zweiter Gedanke: Orrr, entspann dich, Jan. Soweit ist es also schon gekommen. Eine Art fundamentaler Saisonalismus.
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Kiel im Fahrradklima-Test 2014

Beim Thema Radfahren bin ich relativ empfindlich. Ich fahre nämlich sehr gerne Rad und finde, dass das viel mehr Leute machen sollten. Und wenn zu dem Thema Blödsinn verbreitet wird fragwürdige Behauptungen aufgestellt werden, fällt es mir schwer, das einfach stehen zu lassen.

„Kiel radelt ganz vorne mit“ freuen sich die Kieler Nachrichten über das Ergebnis der Landeshauptstadt im Fahrradklima-Test 2014. 850 Kieler haben an der Umfrage des ADFC zu den Radfahrbedingungen in deutschen Städten teilgenommen und unsere Stadt unter den deutschen Großstädten auf den sechsten Platz gebracht.

Hurra? Ein Blick auf die Zahlen (PDF) zeigt: Mit einer Gesamtbewertung von 3,54 liegt Kiel viel näher am Mittelwert (3,87) als am Spitzenreiter Münster (2,50). Und die Städte im Norden führt Kiel auch nicht mehr an, denn Bremen und Hannover liegen diesmal vor uns. Die Bewertungen der Kieler fielen dabei relativ uneinheitlich aus.

Das Ergebnis wundert mich nicht. Auf meinem täglichen Weg die Hamburger Chaussee entlang in die Innenstadt haben sich die Bedingungen in den letzten drei Jahren kontinuierlich verschlechtert. Das gipfelte in diesem Winter darin, dass der Radweg in Höhe Töpfergrube komplett entfernt wurde, um eine Linksabbiegespur für einen neuen ALDI anzulegen1).

Zugegeben, in Kiel kommt man grundsätzlich gut mit dem Fahrrad durch die Stadt, aber vielerorts nervt es schlichtweg. Wie die KN zu dem Schluß kommen, dass Kiel „den nordischensic! Städten davonradele“, ist kaum nachvollziehbar. Es bleibt viel zu tun.


1) Im Sinne der Versorgungssicherheit ist das natürlich zu begrüßen, denn in der Umgebung gibt es bislang erst drei ALDI-Märkte, die mit Auto oder Rad in kürzester Zeit erreichbar sind.

Vollkornbrot

Wenn uns das Brot ausgegangen ist, und keiner mehr los möchte, kommt dieses Rezept zum Einsatz. Ein sehr einfaches Vollkornbrot, das in nur 15 Minuten vorbereitet ist.

Zutaten

  • 500ml warmes Wasser
  • Hefe für 500g Mehl
  • 200 g Weizenvollkornmehl
  • 100g Roggenmehl
  • 100g kleinblättrige Haferflocken
  • 200g Leinsamen, Buchweizen, Sonnenblumenkerne, Hirse, Weizenflocken o. ä.
  • 1 Teelöffel Meersalz

Zubereitung

  • Hefe im Wasser auflösen.
  • Ofen vorwärmen, Kastenform fetten und mit Paniermehl ausstreuen.
  • Zutaten zu einem Teig verrühren — Kochlöffel genügt.
  • Teig in die Form füllen und im warmen Ofen gehen lassen.
  • Die Brotoberfläche sieht netter aus, wenn sie vor dem Backen mit Haferflocken bestreut wird.
  • Dann auf 160° C Umluft, 1 Stunde und 15 Minuten backen.

Wo die wilden Kerle melken

Der WDR hat eine Doku über Milchbauern ins Netz gestellt. Porträtiert werden Betriebe, die sich nicht dem Preisdiktat der Discounter und multinationalen Molkereien unterwerfen, sondern ihre Milch selbst vermarkten.

„Mut gegen Macht: Die Milchrebellen“, WDR 2014, 45min

Rebellisch heißt in diesem Zusammenhang, sich gegen ruinöses Betriebswachstum zu entscheiden, seine Kühe auf die Weide zu führen und sich nicht von Molkereien verarschen zu lassen, die kleineren Betrieben weniger Geld je Liter zahlen. Nun ja.

Wir bekommen unsere Milch zweimal wöchentlich von Rieckens Eichhof ins Haus gebracht. Günstig ist das nicht: Der Liter kostet 1,25 Euro, und pro Lieferung kommen noch einmal 25 Cent pauschal dazu. Dafür kommt die Milch aus der Region. Von einem Hof, den wir schon mehrfach besucht haben. Von Kühen, die, solange es die Witterung zulässt, auf der Weide stehen. Aus einer Hofmeierei, die in einem Dorf bei Kiel 25 Menschen Arbeit gibt. Und die Milch ist verdammt lecker.